Die Erbschaftssteuer 2026 in Österreich – Aktuelle Diskussion – Pro & Kontra

Die Erbschaftssteuer ist in Österreich seit 2008 abgeschafft. Seit mehreren Jahren wird jedoch intensiv über eine mögliche Wiedereinführung diskutiert.

Für 2026 gibt es keinen beschlossenen Gesetzesentwurf, aber eine klare politische und gesellschaftliche Debatte – verstärkt durch Budgetdefizit, steigende Staatsschulden und Fragen der Vermögensverteilung.

Könnte ein Erbschaftssteuer kommen? – Fakten & Infos

ThemaAktueller StandBedeutung
RechtslageKeine Erbschafts- und SchenkungssteuerSeit 1.8.2008 abgeschafft
2026 beschlossen?NeinKeine Gesetzesvorlage, keine Mehrheit fix
DiskussionSehr aktivBudgetdefizit, Vermögensungleichheit
Mögliche AusgestaltungHohe Freibeträge, progressive SätzeBelastung vor allem großer Vermögen
BetroffeneVoraussichtlich nur große ErbschaftenEigenheim & Familienbetriebe meist ausgenommen

Warum wird die Erbschaftssteuer wieder diskutiert?

  • Steigendes Staatsdefizit und langfristiger Konsolidierungsbedarf.
  • Sehr hohe Vermögenskonzentration: Ein kleiner Teil der Bevölkerung besitzt einen großen Teil des Vermögens.
  • Erbschaften gelten als leistungslose Vermögenszuwächse.
  • Österreich ist eines der wenigen EU-Länder ohne Erbschaftssteuer.

Argumente FÜR eine Wiedereinführung (Pro)

  • Budgetwirkung: Zusätzliche Staatseinnahmen ohne Belastung von Arbeit.
  • Verteilungsgerechtigkeit: Verringerung von Vermögensungleichheit.
  • Internationale Vergleichbarkeit: In vielen EU-Staaten üblich.
  • Hohe Freibeträge möglich: Schutz von Eigenheimen und kleinen Erbschaften.
  • Entlastung anderer Steuern: Potenzieller Spielraum bei Lohn- oder Verbrauchssteuern.

Argumente GEGEN eine Wiedereinführung (Kontra)

  • Doppelbesteuerung: Vermögen wurde oft bereits versteuert.
  • Belastung von Familienbetrieben: Liquiditätsprobleme bei Unternehmensübergaben.
  • Verwaltungsaufwand: Bewertung von Immobilien und Vermögen komplex.
  • Abwanderungsrisiko: Vermögende könnten Wohnsitz verlagern.
  • Politische Akzeptanz: Emotional stark umstrittenes Thema.

Wie könnte eine Erbschaftssteuer 2026 aussehen?

Diskutierte Modelle (keine Gesetzesgrundlage, aber häufig genannt):

  • Sehr hoher Freibetrag (z. B. 1 Mio. € pro Erb:in).
  • Progressive Steuersätze, z. B. 5–25%.
  • Befreiung oder Stundung für Familienbetriebe.
  • Ausnahmen für selbstgenutztes Wohneigentum.
  • Kombination mit Schenkungssteuer zur Vermeidung von Umgehung.

Konkrete, geprüfte Rechenbeispiele – vereinfachte Modelle

Annahme für alle Beispiele (rein hypothetisch):

  • Freibetrag: 1.000.000 €
  • Steuersatz: 10% bis 3 Mio. €, darüber 20%

Beispiel 1: Erbschaft einer Eigentumswohnung

  • Wert der Wohnung: 600.000 €
  • Freibetrag: 1.000.000 €
  • Steuer: 0 €

→ Kleine und mittlere Erbschaften wären nicht betroffen.

Beispiel 2: Einfamilienhaus + Sparvermögen

  • Immobilie: 1.200.000 €
  • Sparvermögen: 300.000 €
  • Gesamt: 1.500.000 €
  • Steuerpflichtig: 500.000 €
  • Steuer (10%): 50.000 €

Beispiel 3: Großes Vermögen

  • Vermögen gesamt: 5.000.000 €
  • Abzüglich Freibetrag: 1.000.000 €
  • Steuerbasis: 4.000.000 €
  • 10% auf 2.000.000 € = 200.000 €
  • 20% auf 2.000.000 € = 400.000 €
  • Gesamtsteuer: 600.000 €

Beispiel 4: Familienbetrieb (Stundungsmodell)

  • Unternehmenswert: 3.000.000 €
  • Steuer rechnerisch: 200.000 €
  • Stundung über 10 Jahre: ca. 20.000 € pro Jahr

→ Ziel: Liquidität des Betriebs schützen.

Politische Positionen – Zusammenfassung – Angaben ohne Gewähr

  • SPÖ: Klar für Wiedereinführung mit hohen Freibeträgen.
  • Grüne: Befürworten Vermögens- und Erbschaftssteuern.
  • ÖVP: Ablehnend; Fokus auf Leistungsprinzip.
  • FPÖ: Strikte Ablehnung.
  • NEOS: Skeptisch; betonen Verwaltungsaufwand und Standortfragen.

FAQ: Erbschaftssteuer 2026 in Österreich

Kommt 2026 sicher eine Erbschaftssteuer?

Nein. Es gibt derzeit keine beschlossene Wiedereinführung.

Wären Eigenheime betroffen?

In fast allen diskutierten Modellen nicht oder nur bei sehr hohem Wert.

Ab welchem Betrag müsste man zahlen?

Diskutiert werden Freibeträge ab etwa 1 Mio. € pro Person.

Warum wurde die Steuer 2008 abgeschafft?

Wegen verfassungsrechtlicher Probleme bei der Bewertung von Vermögen.

Könnte die Steuer rückwirkend gelten?

Nein. Steuern dürfen nicht rückwirkend eingeführt werden.

Wie realistisch ist eine Umsetzung ab 2026?

Politisch schwierig. Ohne klare Mehrheit eher mittelfristig als kurzfristig.

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!

Quellen & Grundlagen

  • Bundesministerium für Finanzen. (2008). Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer. https://www.bmf.gv.at
  • Statistik Austria. (2023). Vermögensverteilung in Österreich. https://www.statistik.at
  • OECD. (2021). Inheritance taxation in OECD countries. https://www.oecd.org
  • Fiskalrat Österreich. (2024). Vermögensbezogene Steuern und Budgetkonsolidierung. https://www.fiskalrat.at
  • Parlament Österreich. (2024). Parlamentarische Debatten zur Vermögensbesteuerung. https://www.parlament.gv.at