101 ehrliche & direkte Journaling Fragen, die dich in einen Selbstreflexions-Profi verwandeln

  • Lesedauer: 3,5 Minuten

Da es uns derweilen an außenseitiger Bespaßung mangelt, haben wir ideal Zeit, den Blick nach innen zu richten. Wir raten keinesfalls mit Skalpell und Stethoskop auf organische Erkundungstour zu gehen. Nein, es geht natürlich ums Unterbewusstsein. Denken, Fühlen und Empfinden. Klarheit darüber verschafft auch Klarheit im Außen. Es macht das ganze Leben viel erlebbarer. Gedanken niederschreiben aka. Journaling ist da ein super Werkzeug und diese 101 Journaling Fragen können dir als Einstiegshilfe dienen.

Morgenroutine

Ein Bewusstsein darüber, wie du in den Tag startest, ihn beendest und welche Gedanken und Aktivitäten deinen Alltag dominieren, wird dir helfen, die ersten weiteren Einblicke in dein Unterbewusstsein zu erlangen.

  • Was ist das Erste, das du machst, wenn du aufwachst?
    (Aufs Handy schauen bis du voll dringend aufs Klo musst?)
  • Wachst du mit den Gedanken/Gefühlen/Sorgen auf, mit denen du schlafen gegangen bist?
  • Erinnerst du dich an deine Träume, wenn ja, was waren sie?
    (Traumtagebuch, mega cool und hilft dabei luzid Träumen zu lernen, also deine Träume zu steuern)
  • Woraus besteht deine Morgenroutine?
  • Was und wann isst und trinkst du zum ersten Mal?
    (Wie hoch ist dabei der Kaffeeanteil?)

 

Abendroutine

  • Was ist deine Abendroutine?
  • Wann gehst du schlafen und fällt es dir schwer, einzuschlafen?
  • Was machst du unmittelbar bevor du versuchst einzuschlafen?
  • Wie viel schläfst du und ist es genug?
  • Welche neuen Erkenntnisse und Eindrücke hast du heute/diese Woche gewonnen?

Alltag

  • Wie viel Zeit verbringst du am Handy?
  • In welchen Momenten bzw. zu welchem Zeitpunkt fällt es dir schwer, dich zu konzentrieren?
  • Wofür bist du dankbar und warum?
    (Dankbarkeit ist mehr Mindset als Asset. Mach extra Listen!)
  • Wann und wobei bist du glücklich bzw. was gibt dir Energie?
  • Wann und weswegen bist du traurig bzw. was raubt dir Energie?
  • Wann und wobei fühlst du dich überfordert?
  • Gönnst du dir Pausen und wie verbringst du diese?
© BAM!

Freizeit & Bewegung

  • Was sind deine Hobbys und wie erzählst du darüber?
  • Was ist deine Lieblingsbewegung und wann machst du sie am liebsten?
  • Wie beweglich sind deine Hüften?
    (Negative Emotionen werden oft in der Hüfte gespeichert, shake it off!)
  • Kannst du tanzen, als würde niemand zusehen, wenn wirklich niemand zusieht?
  • Verbringst du (viel) Zeit in der Natur?
    (Wald hat wissenschaftlich erwiesen positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit, psychisch und physisch)
  • Wie fühlst du dich in der Natur – davor, währenddessen und danach?

Ernährung

  • Woraus besteht deine Ernährung hauptsächlich und tut dir deine aktuelle Essensgewohnheit gut?
  • Wie fühlst du dich nach dem Essen?
  • Wie oft trinkst du am Tag und wieviel davon ist Wasser?
  • Sprichst du mit anderen über deine Ernährung? Wenn ja, wie fühlst du dich dabei?
© BAM!

Fähigkeiten

  • Schiebst du Dinge eher auf oder erledigst du sie sofort? (PhD in Prokrastinieren?)
  • Traust oder zweifelst du an deinen Fähigkeiten?
    (Über-/unterschätze dich nicht, balance is key)
  • Worauf setzt du deinen Fokus bzw. was sind deine Ziele in der Arbeit?
    (Was is dein Gameplan, Tiger?)

Soziales und Freundschaften

Wir Menschen sind soziale Tiere, isso. Die wunderbaren Tiefen des Internets und die Digitalisierung bieten uns viele Möglichkeiten in Kontakt zu bleiben und sogar, uns mit neuen Leuten zu vernetzen.

  • Wie häufig pflegst du deine sozialen Kontakte? (“zu viel” – “zu wenig”?)
  • Wie würdest du die Qualität und Quantität deiner sozialen Kontakte beurteilen?
    (Qualität > Quantität)
  • Wie fühlst du dich, nachdem du mit einer/m Freund*in geredet hast?
  • Wie fühlst du dich, nachdem du Zeit mit einer Gruppe verbracht hast?
  • Wenn du einen Streit hast, suchst du die Schuld bei dir oder bei anderen?
    (Schuld ist ein doofes Konzept, it takes two to tango, aber was ist die Tendenz?)
  • Wie gehst du mit Konfrontation und Kritik um?
  • Welche Qualität schätzen deine Freund*innen am meisten an dir?
    (Ein schlauer Mensch hat mal gesagt “Du erkennst dich selbst durch das Erkennen von Anderen”)

Familie

Wie wir ja alle schon mal gehört haben, prägt nahezu nichts unsere Entwicklung mehr als die Kindheit. Vorsicht Tiefgang!

  • Was hat dir als Kind viel Freude bereitet und tut es das heute noch immer?
  • Wie ist deine Beziehung zu deiner Familie?
    (Mutter/Vater/Geschwister/Großeltern – eine Stichwortliste für einen ersten Überblick hilft)
  • Woran aus deiner Kindheit erinnerst du dich besonders lebhaft?
  • Waren deine Eltern abwesend/abweisend bzw. wurdest du kritisiert oder verglichen?
  • Welche Probleme, die du heute hast, könnten aus gewissen Situationen aus deiner Kindheit stammen?

 

Liebe

Die Art, wie wir lieben, hängt stark davon ab, wie wir als Kinder geliebt wurden. Haben wir auch alle schon mal irgendwo gehört. Setze die rosa Brille ab und die Lesebrille auf, jetzt geht’s ans Eingemachte.

  • Welche Werte sind dir in einer Partnerschaft wichtig?
  • Woran/Warum ist deine letzte Beziehung gescheitert?
    (Ah, möglicherweise unangenehm, eine Runde Selbstreflektion und Verantwortung übernehmen bitte)
  • Kannst du die Dinge, die du von deiner/m Partner*in erwartest, auch selbst bereitstellen?
  • Welchen “Attachment Style” hast du? (Wir raten vorab zur Recherche – Wissen ist Macht)

Werte

  • Was sind deine Wertvorstellungen?
    (Kannst du deine Core World Beliefs definieren?)
  • Hast du eine Meinung zu (vielen) Dingen und stehst du für sie ein?
  • Tolerierst du Dinge, die massiv gegen deine Werte gehen, um nicht anzuecken?
  • Wie viel Mitgefühl hast du für dich und andere?
    (Oder auch Em-pa-thie?)
  • Wie stark ist dein moralischer Kompass, reflektieren deine Handlungen deine Einstellungen?
  • Hilfst du anderen oft und wie geht es dir dabei/danach?
    (Man munkelt, wer anderen hilft, hilft sich selbst. Lust auf bisschen Volunteering?)
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Selbst: Bewusstsein, Wahrnehmung und Wert

Jetzt geht es um deine “objektive” Selbstwahrnehmung. Unter Anführungszeichen, weil du dich stets selbst als Subjekt betrachtest und dementsprechend reine Objektivität nie gegeben sein kann. Der Versuch kann und sollte aber sehr wohl trotzdem getätigt werden.

  • Wie würdest du deinen Selbstwert beurteilen und spiegelt dein Verhalten diese Einstellung wider?
  • Wenn du mit einem/er Freund*in reden würdest, wie du mit dir selbst, wärt ihr noch Freund*innen?
    (Dein Selbstdialog ist so so wichtig!)
  • Weißt du, wie du auf andere wirkst, oder bist du oft überrascht?
  • Wie sehr spürst du bzw. wie bewusst ist dir dein Privileg?
  • Lässt du es zu, stolz auf dich zu sein, oder bist du eher sehr selbstkritisch?
  • Kannst du dir und anderen verzeihen oder bist du eher nachtragend?
  • Für wie selbstbewusst hältst du dich und trittst du auch so auf?
  • Was sind deine Stärken und stehst du zu ihnen?
  • Wie fühlst du dich, wenn du mit dir alleine bist?
  • Was würdest du an dir ändern wollen und warum?
  • Hast du Selbstbeherrschung und Disziplin, fühlst du dich in Kontrolle über dein Leben, Verhalten und Gedanken?
  • Hast du Süchte, wenn ja, welche und beeinträchtigen diese dein Leben?
    (Sucht = Symptom -> Ursache bekämpfen -> Symptom verschwindet)
  • Was denkst du dir, wenn du dich im Spiegel betrachtest?
  • Bist du deinem Aussehen und Körper gegenüber eher kritisch oder tolerant?
  • Was gefällt dir besonders gut an deinem Äußeren?
    (Listen sind toll!)
  • Für welche Fähigkeit, die dein Körper hat, bist du dankbar?
    (Selbstwertschätzung ist so so wichtig, dein Körper ist ein Tempel, honey!)
  • Ist dein Körperbild vorrangig dein eigenes oder das der Gesellschaft?
    (Du passt, so wie du bist, lass dir nichts anderes einreden!)
  • Kümmerst du dich ausführlich und bedacht um deine Körperpflege? (#selfcare)

 

© BAM!
  • Kennst du deine Schwächen und stehst trotzdem zu ihnen und dir?
    (Oder auch: Akzeptierst du dich in deiner Vollständigkeit?)
  • Übernimmst du Verantwortung für dein Verhalten und re-evaluierst du dein Denken und Handeln, wenn du mit neuen Fakten konfrontiert wirst?
  • Nimmst du dich sehr ernst oder kannst du über dich selbst lachen?
    (Selbstironie = Beste. Leute lieben es)
  • Lässt du deine Emotionen zu, stehst du zu ihnen, vor dir und vor anderen, oder schämst du dich für sie?
    (Scham, ein weiteres doofes Konzept)
  • Lebst du wie dein authentisches Selbst oder wie du denkst, dass andere es von dir erwarten?
    (You do you, Darling!)
  • Wie stark beeinflusst die Meinung anderer dein Handeln und Denken?
    (Muss da lei wurscht sein, völlig Banane, solangs ethisch vertretbar ist)
  • Wovor hast du Angst und warum?
    (Klimawandel, Spinnen oder Gerede?)
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Intimität und Sexualität

  • Wie gut kennst du deinen eigenen Körper und erreichst du alleine den Höhepunkt?
  • Weißt du, was dir im Bett gefällt, wenn ja, was ist das? (Nicht vergessen, du schreibst nur für dich selbst, du kannst wirklich ehrlich mit dir sein!)
  • Kannst du deine sexuellen Wünsche und Grenzen klar mit einer/m potentiellen/m Partner*in kommunizieren? (Offene Kommunikation ist richtig sexy)
  • Sind die intimen Beziehungen, die du eingehst, gegründet auf einer Basis von Respekt und Sympathie?
  • Verhütest du und lässt dich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten testen bzw. machst du einen generellen Check im Intimbereich? (FYI: Auch Männer sollten regelmäßig zum Doc #selfcare)
  • Aus welchen Gründen hast du vorrangig Sex? (Denk wirklich drüber nach)

Vergangenheit & Zukunft

  • Worüber denkst du noch oft nach, obwohl es schon lange her ist?
  • Worüber denkst du nie nach, obwohl es ein einschneidendes Erlebnis war?
  • Wiederholst du gewisse Muster?
    (Oder auch: warum sind alle deine Exes gleich und schauen sich ähnlich?)
  • Ist dir bewusst, dass du nicht dein vergangenes Verhalten bist?
    (Ein sehr wichtiger Punkt, DU bist nicht “Opfer” deiner Umstände)
  • Was würdest du deinem vergangenem Ich sagen bzw. raten?
  • Wie gehst du mit tendenziell “negativen” Erfahrungen oder “Fehlern” um?
    (Du kannst aus allem etwas lernen, wenn du möchtest)
  • Bist du dir der Konsequenzen deiner Handlungen bewusst und übernimmst du Verantwortung für diese? (Verantwortung übernehmen ist das heißeste und erwachsenste überhaupt)
  • Was ist das “Schlimmste” was du jemals gemacht hast?
© BAM!
  • Glaubst du, dass du dich verändern kannst, wenn du es möchtest?
  • Bist du eher pessimistisch, optimistisch oder realistisch, wenn du an deine Zukunft denkst?
  • Wie bewusst bist du dir deines Potentials und deiner Macht, Einfluss auf dich und dein unmittelbares Umfeld zu nehmen?
  • Vertraust du dem Prozess des Lebens und ist dir klar, dass gewisse Dinge Zeit brauchen? Kannst du geduldig auf diese warten?
  • Was würdest du deinem zukünftigen Ich sagen bzw. raten?
  • Wäre es für dich eine Option, dir professionelle Hilfe zu suchen?
    (Wenngleich Journaling eine gute Hilfestellung ist, manche Themen brauchen einfach professionelle Betreuung und daran ist nichts falsch. Lasst uns das Stigma beenden, wer in Therapie geht, ist nicht “verrückt”)
© BAM!

Spiritualität

Und zum Schluss ein bisschen Spaß. Disclaimer: Spiritualität heißt nicht dein Sternzeichen als Rechtfertigung zu verwenden, sondern eine Praktik zu finden, die zu dir spricht, um dadurch weitere Hilfestellung für Selbsterkenntnis zu erlangen.

  • Glaubst du, dass die Energie, die du ausstrahlst, reflektiert wird? (Karma 101)
  • Hast du vertrauen, dass alles, was kommt, Sinn und Berechtigung hat?
  • Gehst du aufmerksam und bewusst durchs Leben und nimmst Zeichen wahr? Glaubst du, das “Universum” ist auf deiner Seite und spricht zu dir?

 

Nicht nur Fragen können dir helfen, dein volles Potential zu erreichen. Auch Listen sind ein wunderbares Werkzeug. Oder einfach Nacherzählungen über vergangene Ereignisse und Empfindungen. Weiters kannst du Briefe schreiben, die du nie abschicken musst, an andere oder an dich selbst. Wie bei allem ist das “Rein-Kommen” die größte Hürde. Aber wenn du bis hierher gelesen hast, bist du wohl hoch motiviert und hast damit schon die besten Voraussetzungen. Wir wünschen dir viel Erfolg in der Kunst der Selbstheilung!

Über Teresa

Aus Klagenfurt furt nach Wien, um zu studieren und, weil Wien einfach das Beste ist. Liebt Natur- und Tier(schutz) mit einer fast beängstigenden Leidenschaft. Mag Gerechtigkeit, möchte Stigmen beenden und Menschen zum Denken anregen. Für Freunde*innen spielt sie gern mal Seelsorge. Große Klappe, genug dahinter. Ihre manchmal witzigen kritischen Kommentare könnt ihr auf @Resltes verfolgen.