LGBTQIA+: Die Geschichte der Buchstaben hinter dem Akronym

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Zeiten und Einstellungen haben sich geändert (It’s about time!), und auch die Sprache, in der über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität gesprochen wird, hat sich geändert. Als Ergebnis hat die etablierte LGBT-Abkürzung ein paar zusätzliche Buchstaben bekommen – und eine Reihe von Zusatzterminologien sowohl zu Sexualität als auch zum Geschlecht. Was die Geschichte des Regenbogenakronyms ist, wofür die Buchstaben stehen und wie sich das auch in Österreich entwickelt hat, haben wir für dich kurz zusammengefasst.

LGB = Lesbian, Gay, Bisexual

Dieser Überbegriff entstand zuerst im englischsprachigen Raum in den 80ern als Zusammenschluss von Personen mit der jeweiligen sexuellen Orientierung, die sich gemeinsam politisch für ihre Rechte engagierten. Gleichzeitig sollte damit das Wort “gay” ersetzt werden, welches sonst meistens für homo- und bisexuelle Leute verwendet wurde.

© BAM! | Marietta Dang

In Österreich gab es übrigens erste vergleichbare Vereinigungen Mitte der 70er: Die Gruppe CO (Coming Out) für schwule Männer sowie eine eigene Gruppe innerhalb der AUF (Aktion Unabhängiger Frauen) für lesbische Frauen. 1979 wurde dann schließlich der Verein HOSI (Homosexuelle Initiative) gegründet.

T = Transgender

Bald darauf schloss sich die Transgender-Community der damaligen LGB Bewegung an, die sich für ähnliche Ideale wie freies Ausleben der eigenen Sexualität und Gleichberechtigung einsetzte.

Mitte der 90er wurde diese auch in Österreich immer sichtbarer. Die erste Regenbogenparade in Wien 1996 trug den Untertitel “Erster LesBiSchwuler und Transgender Festzug Österreichs”.

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Q = Queer

Das Wort queer (englisch für seltsam, eigenartig) war ursprünglich eine abwertende Bezeichnung für Personen aus der LGBT Community. Heutzutage wird es als politisches Statement und als Überbegriff für Leute verwendet, die sich auch außerhalb von binären Bezeichnungen wie männlich/weiblich oder homo-/heterosexuell wiederfinden.

 

I = Intersexual

Intersexuelle sind Personen, bei denen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale vorhanden sind. Viele werden bereits im Kindesalter von Ärzt*innen operiert, was aber oft physische und psychische Probleme zur Folge haben kann. Daher steht die Inter-Community stark für ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit ein.

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A = Asexual

Asexuelle Menschen verspüren keinerlei sexuelle Anziehung zu anderen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie komplett auf Sex verzichten. Manche haben einen Kinderwunsch oder einfach eine*n Partner*in, der/die selbst nicht asexuell ist. Oft stoßen sie für ihre Abweichung von der Norm auf Unverständnis oder Diskriminierung, weswegen auch sie Teil von Bewegungen zum Thema Sexualität sind.

 

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2. A = Ally

Damit sind alle Leute gemeint, die zwar nicht direkt Teil der Community sind, sich aber mit ihr solidarisieren und für die gleichen Werte einstehen.

P = Pansexual

Pansexuelle Menschen fühlen sich zu anderen hingezogen, unabhängig von deren sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität.

+ = zusätzliche Spektren von Gender und Sexualität

Das Pluszeichen (manchmal wird auch ein Sternchen * verwendet) soll Menschen inkludieren, die sich selbst nicht eindeutig zu den oben genannten Bezeichnungen zählen. Außerdem wird das Akronym damit dementsprechend kurzgehalten.

Welches Akronym bzw. welche Kombination sollst du verwenden?

Bei all diesen Abkürzungen gibt es aber nicht die eine richtige Kombination. Vielmehr geht es darum, die Sichtbarkeit und Inklusivität der einzelnen Communities zu erhöhen. So wie sich die Bezeichnungen über die letzten Jahrzehnte hinweg geändert haben und ergänzt wurden, werden sie das vermutlich auch in Zukunft noch tun. Denn das wirklich Wichtige ist, dass niemand mehr diskriminiert wird und allen die gleichen Rechte zustehen, ganz unabhängig von Dingen wie Geschlecht oder sexueller Orientierung.

Über David

Ein echter Wiener, der aber eigentlich überhaupt nicht unfreundlich ist und auch gar nicht so oft Schnitzel am Teller hat. Lebt das big city life so gut es in einem Dorf wie Wien eben geht. Dabei fotografiert, schreibt und freelanct er sich so durch den Tag. Mehr zu sehen gibt’s unter @heydavve