Österreich von A bis Z: A wie Aspern

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Unentdeckte Ecken gibt es in Österreich so einige. Das sind kleine Orte, versteckte Plätze oder auch größere Areale, die außer den Einheimischen nicht viele kennen. Wir wollen mit unserer Serie “Österreich von A bis Z” den weniger bekannten Örtlichkeiten unseres Landes eine Chance geben von dir entdeckt zu werden. Den Anfang macht Aspern, ein Stadtteil des 22. Wiener Gemeindebezirks.

Aspern mag auf den ersten Blick recht unscheinbar wirken. Über der Donau gelegen, verirren sich wohl eher wenige, die nicht dort wohnen, hierhin. Dabei gibt es in dem stellenweise schon recht ländlich anmutenden Stadtteil Wiens einiges zu erkunden.

© BAM! | David Schneider

Aber zurück auf Anfang: Aspern wurde erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Dadurch zählt es zu den ältesten Siedlungsgebieten der Stadt. Schon seit den ersten Tagen war die Gemeinde sehr auf Landwirtschaft ausgerichtet. Das macht sich auch heute noch in den vielen Äckern und Feldern bemerkbar, die man bei einem Spaziergang dort vorfindet.

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Ein Ort mit Geschichte

Doch nicht immer verlief für Aspern alles so friedlich. Im Laufe der Zeit war der Stadtteil immer wieder Schauplatz von Katastrophen und Beschädigungen. Das historisch bedeutendste Ereignis war aber wohl die Schlacht bei Aspern, bei der die österreichischen Truppen unter Führung von Erzherzog Karl gegen das von Napoleon Bonaparte befehligte Heer Frankreichs kämpften und als Sieger hervorgingen. Damit ging diese Schlacht als erste Niederlage des sonst so siegreichen Napoleons in die Geschichte ein.

Eine Sandsteinskulptur in Form eines Löwen, die sich vor der Kirche St. Martin befindet, soll an die gefallenen österreichischen Soldaten erinnern. Im Winter befindet sich dieser aber in einer um ihn herum errichteten Holzhütte zum Schutz gegen den Frost.

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Vom Flughafen zum urbanen Entwicklungsprojekt

Ein Bauprojekt in Aspern, das auch über die Grenzen Wiens hinaus bekannt wurde und von dem auch du vielleicht schon einmal gehört hast, ist die Seestadt. Aber wusstest du auch, dass zuvor auf diesem Areal der ehemals größte Flughafen Österreichs lag? Bis er vom Flughafen Schwechat abgelöst wurde natürlich. Der Flughafen Aspern wurde zwar einige Zeit lang noch genutzt, unter anderem auch als Rennstrecke, musste 1977 aber endgültig schließen.

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An dessen Stelle entsteht zurzeit gerade die eben genannte Seestadt Aspern, die mit ihren hohen Neubauten einen starken Kontrast zum sonst eher ländlichen Ortsbild darstellt. Tatsächlich wirkt sie schon jetzt wie eine eigene Stadt in der Stadt. Als eines der größten urbanen Entwicklungsprojekte Europas soll hier bis 2028 Raum für mehr als 20.000 Menschen geschaffen werden. Kaum vorstellbar, oder?

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Ein interessantes Detail ist, dass hier die Straßen, Plätze und Parks fast ausschließlich nach Frauen benannt wurden. Und auch sonst dürfte dieser Teil von Aspern wohl zu den fortschrittlichsten in Wien zählen. Immerhin gibt es hier einen selbstfahrenden Bus, der gerade dort im Testbetrieb verkehrt.

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Fun Fact: Sogar eine Berühmtheit hat Aspern hervorgebracht, nämlich das Ausnahmetalent des österreichischen Nationalteams, David Alaba, der seine Fußball-Laufbahn im Verein seines Heimatviertels begann.

Wie man sieht, steckt hinter Aspern weit mehr als man zunächst vermuten würde. Ein eher gewöhnlich anmutender Teil von Wien, der bei genauerem Hinsehen aber eine reichhaltige Geschichte offenbart und beweist, dass es sich durchaus lohnt, die unbekannten Ecken der eigenen Stadt zu erkunden.

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Kennst auch du einen besonderen Ort, von dem du denkst, dass ihn mehr Menschen kennen sollten? Dann schreib’ uns gerne eine Mail und vielleicht featuren wir ihn in einem der kommenden Artikel!