Wie finde ich meine Identität in der Arbeitswelt? Tipps und Tricks von einer Mentaltrainerin

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Wir schreiben das Jahr 2021. Corona hat der Arbeitswelt den Schub gegeben, der viel früher hätte kommen können. In puncto Arbeit wollen wir Work-Life-Balance. Wir wollen einen Job, der uns Spaß macht oder zumindest der unsere Stärken fördert, wir wollen Freiheiten wie von überall aus arbeiten können und wir wollen mit Respekt von Vorgesetzten und Mitarbeiter*innen behandelt werden. Utopie? 

Nicht für Lisa Hödlmayr. Sie ist Mentaltrainerin für Berufs- und Karrierethemen mit Fokus auf Berufseinsteiger*Innen und Berufstätige. Lisa hat Mindstories.at gegründet und gibt Mentaltechniken an ihre Kunden*innen weiter, damit sie sich in der Berufswelt selbst finden können. Außerdem nimmt sie sich den Problemen von jungen Menschen an, die oft nicht wissen was sie nach der Schule oder nach dem Studium machen sollen. Wo sie starten und wie sie eine CV schreiben können.

© Anna Lena Wagner

Ich habe mit ihr gesprochen und will dir ihre Tipps und Tricks weitergeben, damit du deinen eigenen Weg und deine eigene Identität in der Arbeitswelt findest:

Hab’ Mut zum Scheitern.

“Du musst nicht alles beim ersten Versuch schaffen. Es ist okay, Jobs anzunehmen und auszuprobieren. Also einfach einmal anfangen, einen Job annehmen und von dort weiterschauen.” 

 

Du darfst deinen Job auch wieder kündigen! 

“Du musst nicht einen Job durchdrücken, der dir keinen Spaß macht. Ich bin nicht der Meinung, dass ‘If you wanna do something big, it has to hurt’ noch oder je zeitgemäß war. Failure Culture ist okay.”

Dein Leben ist zu kurz um etwas zu machen, das dir keinen Spaß macht.

“Wir werden immer länger arbeiten müssen. Deshalb ist es okay, dass du nach mehr strebst und dir dein Job auch Spaß macht. Du darfst bis ins hohe Alter nach einem Beruf suchen, der deine Stärken widerspiegelt oder deiner Passion entspricht.”

Es ist okay, dass du Dinge ansprichst.

“In der Arbeitswelt darfst du den Mund aufmachen, wenn dir was zu sehr gegen den Strich geht. Du darfst mutig durch die Welt gehen und musst dich nicht von Vorgesetzten oder Mitarbeiter*innen respektlos behandeln lassen.”

© Anna Lena Wagner

Wenn dir dein Job wichtig ist, aber das Umfeld nicht passt, verlange ein Gespräch.

“Communication ist key! Aber wenn eine alte Unternehmenskultur vorherrscht und das Umfeld so gar nicht zu dir passt, dann wird auch ein Gespräch nichts ändern. Gesteh’ dir das ein! Kündigen ist nicht gleichzusetzen mit Aufgeben und soll nicht mit Scham behaftet sein.”

„Man findet den richtigen Job, wenn man sich selbst findet - aber es ist okay, wenn du dich mit 25 noch nicht selbst gefunden hast!”“

Du darfst dich umentscheiden!

“Du musst nicht viele Jahre lang die gleiche Leidenschaft für den gleichen Beruf haben. Du kannst dich umentscheiden. Im ersten halben Jahr, aber auch vielleicht erst nach zehn Jahren. Man findet den richtigen Job, wenn man sich selbst findet – aber es ist okay, wenn du dich mit 25 noch nicht selbst gefunden hast!”

Es ist okay, Zeit zu “verschwenden”. 

“Wie gesagt, mit 20 hat man das Leben noch nicht herausgefunden und es ist okay Lebenserfahrung zu sammeln und sich dann umzuentscheiden. Du verschwendest dabei nicht Zeit, indem du Sachen ausprobierst, sondern sammelst Erfahrungen. Diese bringen dich im Leben weiter.”

Du musst nicht auf das Feedback aller hören.

“Feedback ist gut und wertvoll – wenn es richtig kommuniziert wird. Aber du musst in der Arbeitswelt nicht von jedem/jeder das Feedback annehmen. Du darfst auch zu deinen Ideen stehen und auf dein Bauchgefühl hören.”

Andauernd über den Job zu jammern, führt zu Frustration.

“Wenn du abends oder am Wochenende mit deinen Freund*innen unterwegs bist und nur über deine Arbeit und was alles falsch läuft, sprechen kannst, dann weißt du, dass du etwas ändern solltest. Gesteh’ dir ein, dass der Job nicht passt. Du bist nicht undankbar, sondern du willst einfach mehr vom Leben!”

 

Es gibt kein one size fits all.

“Vergleich dich nicht mit deinen Freund*innen. Im Leben, wie auch in der Berufswelt, gibt es kein one size fits all. Wenn deine Freund*innen vor dir den richtigen Job gefunden haben, ist das kein Grund zur Sorge. Ihr müsst nicht das gleiche Tempo vorlegen oder den gleichen Lebensweg einschlagen.”

„Ein großartiger Tipp, der super leicht anzuwenden ist, aber eine große Wirkung auf deinen Arbeitstag hat, ist, eine Morgenroutine zu schaffen“

Um besser in den Arbeitstag zu starten, helfen Mentaltechniken.

Ein großartiger Tipp, der super leicht anzuwenden ist, aber eine große Wirkung auf deinen Arbeitstag hat, ist, eine Morgenroutine zu schaffen: Nach dem Aufstehen erst einmal eine Tasse Tee trinken, deine Gedanken aufschreiben, vielleicht einen kurzen Spaziergang machen oder eine lange Dusche nehmen. It sets the tone for your day.”

Bei Bewerbungsanzeigen folge deinem Herzen!

“Du musst definitiv nicht alles erfüllen, was in der Anzeige steht. Ein besserer Ansatz: Schau dich um und wähle ein Unternehmen, welches zu dir und deiner Identität passt, das dir gefällt und zu dem du stehen kannst.”

Dein Wert hängt nicht von einer Absage/Zusage ab.

“Ein Interview zu einem Bewerbungsgespräch ist zwar großartig, aber hat nichts mit deinem Wert zu tun. Du hast die Wahl, diesen Job anzunehmen, aber genauso hat ein Unternehmen die Wahl, dir zu- oder abzusagen.”

 

© Anna Lena Wagner

Anders sein ist okay.

“Versteck‘ deine Persönlichkeit nicht, sondern sei genau, wer du bist, auch schon im Bewerbungsgespräch. Sonst steckst du in einem Job fest, in dem du nicht deine Identität ausleben kannst.”

 

Bei Kündigungen, nimm‘ die Emotion raus!

“Kündige deinen Job nur, wenn du wirklich gehen willst. Nicht, wenn du in Wirklichkeit einfach “nur” mehr Geld haben willst. Verwende Kündigungen nicht als Druckmittel.”

Der Arbeitsalltag nimmt viel Zeit ein. Nicht man selbst sein und seine Persönlichkeit nicht ausleben zu dürfen, ist mittlerweile für eine ganze Generation nicht mehr tragbar. Lisa will genau diesen Zugang für junge Leute schaffen. Eine Arbeitswelt, die einem selbst Spaß macht, ist das Ziel. Und das beginnt eigentlich ganz simpel mit dir selbst. Mit diesen kleinen Changes, die Lisa auch ihren Kund*innen mitgibt, schaffst du es im Berufsleben dich zu selbst zu finden und zufriedener zu sein. 

 

Über Lisa Hödlmayr:

Lisa Hödlmayr hat sich mit mindstories.at als Mentaltrainerin für Berufs- & Karrierethemen spezialisiert und trainiert Berufseinsteiger & Berufstätige mit dem Methodenkoffer des Mentaltrainings zu Fragestellungen in der Berufswelt. Ihre Ausbildung hat sie 2016 an der Vitalakademie Wien absolviert und war in den folgenden Jahren in der Personalberatung tätig. Sie bietet kostenlose Erstgespräche an, mehr hierzu findest du unter mindstories.at.

Über Lena

Die Kärntnerin mit Chicago-Big-City-Life-Wurzeln ist immer auf der Suche nach interessanten Geschichten und Menschen. Hat es vom Politikwissenschaftsstudium über die Print-Redaktion und der Liebe zu Online-Formaten und kreativem Schreibens zu BAM! verschlagen.