7 Schritte, um auf Social Media (und im real life) vom Optical Ally zum richtigen Ally zu werden

Alle Menschen sollten gleich behandelt werden. Eh klar. Egal ob schwarz, weiß, blau, lila oder grün – Du siehst keine Farbe. Sorry, leider müssen wir dir da einen Schuss Realität verschaffen, denn genau in dieser Aussage liegt das Problem des “Optical Ally”, bzw. optischen Verbündeten. Zum Anti-Rassismus Allyship gehört nämlich nicht nur das Unterstützen der Botschaft und das Teilen der Geschichten und Erfahrungen von BiPOC*, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Grundstruktur von Rassismus im realen eigenen Leben. Keine Sorge, es klingt komplizierter, als es eigentlich ist.

Bevor wir dir den Übergang vom Optical Ally zum richtigen Ally erklären, schauen wir uns erst mal an, wieso der Begriff Optical Ally und die Unterscheidung zum richtigen Ally für dich überhaupt relevant sein sollte:

 

Du teilst auf WhatsApp oder Facebook öfters schockierende Videos von misshandelten Minorities und bei anstehenden Anti-Rassismus Demos bist du so gut wie es geht immer präsent. Du hast, wie so viele andere, letztes Jahr im Juni auch ein schwarzes Kasterl in deinen Instagram-Feed gepostet und auch #BLM-Posts geteilt. Das alles lässt darauf schließen, dass du mit dem Konzept Antirassismus streng vertraut bist. Jedenfalls denkst du das.

Die Zeit vergeht und du merkst, dass das solide Prinzip der Gleichberechtigung, das du dir zusammengestellt hast, doch nicht so felsenfest ist. Denn egal, wie oft du eine unterstützende Nachricht in deiner Instagram Story sharest, besteht weiterhin das Problem des Anders-sein für die betroffenen Minderheitengruppen, wenn sie in der echten Welt sind. Jetzt rattert es ein wenig im Kopf, oder?

„Optical Allys”, also optische Verbündete, befassen sich nur auf Oberflächenebene mit Antirassismus, und in gewisser Weise wird, beispielsweise durch das Teilen von schwarzen Kasterln auf Instagram, dabei der Ally in den Mittelpunkt gestellt, ohne sich wirklich von  bestehenden unterdrückenden Machtsystemen zu lösen. 

Solidarität zeigen, ist niemals ein Problem, und das wollen wir dir keinesfalls wegnehmen. Aber als Ally solltest du dir auch selber Denkanstöße geben können und über Instanzen wie Microaggressions von BiPOC* lernen. Diese existieren als öfters unterschwellige rassistische Ereignisse im Alltag der Betroffenen. Hier sind Beispiele und Geschichten von solchen Personen:

Ok, du merkst jetzt, dass du als Ally mehr beitragen möchtest, um Betroffenen eine Plattform zur Meinungsäußerung zu geben. Um gegen das Problem anzukämpfen, wären Solidarität und die Erkenntnis, dass man selber Teil des Problems sein könnte, die ersten Schritte den Opfern von Diskriminierung und sozialisiertem Rassismus zu unterstützen. Alles easy, aber wo fängst du da eigentlich genau an?

 

Hier sind effektive und vor allem tatkräftige Schritte, die deinen Weg zum Ally vereinfachen können:

1. #Educate yourself

So verstörend sie auch sind, vermeide es, von Hate-Groups zu berichten und deren Seiten zu teilen. Sie verdienen nicht mehr, sondern weniger Aufmerksamkeit. Informiere dich stattdessen über nützliche Communities, die zur positiven und nützlichen Informationsverbreitung beitragen.

2. Do your job und nimm es wirklich ernst

Verhelfe dir selbst und verlasse dich nicht immer darauf, dass Betroffene dir Antworten zu systematischem und sozialisiertem Rassismus verschaffen werden. Das ist nicht ihre Aufgabe, sondern ganz einfach deine.

3. Geh der Rassismus-Problematik auf den Grund

Jeder verabscheut Rassismus und man sollte Menschen nicht diskriminieren. Schön und gut, doch die Ursprünge dieser Aussage sollten weiterhin nachgeforscht werden. Wie hat es dazu geführt und wieso scheint sich vieles nur in langsamen Zügen zu verändern? Hier sind Werke, die dir nützliches Wissen verschaffen könnten:

4. Check your privilege!

Werde dir deiner eigenen Privilegien bewusst und reflektiere die daraus resultierenden Impulse und Handlungen. Frage nach, wie es den Leuten in deinem Freundes- und Bekanntenkreis geht und ob sie sich jemals (mit dir) in unangebrachten Situationen befunden haben.

via Giphy

5. Zeige auch nach dem Hype deinen Einsatz

Die Hashtags trenden nicht mehr und auf Twitter ist #BLM kein Hot Topic mehr. Damit sind die Probleme aber nicht behoben. Was du machen kannst, ist weiterhin relevanten Themen folgen und dich den Gesprächen auf Medien-Plattformen anzuschließen.

6. Beteilige dich aktiv, indem du:

  • bei Demonstrationen mitmachst und dich über Volksbegehren informierst
  • an sinnvolle Organisationen Geld spendest
  • die Reichweite deiner Plattform nutzt, um kleinere Gewerbe und Communities zu fördert

 

 

© Vienna Würstelstand | Paul Dragu

7. Mach dir klar: Es geht nicht um dich!

Die traumatisierenden Geschichten von anderen, die mit Rassismus konfrontiert wurden, sind nicht deine Geschichte. Eigne sie nicht an, als ob es deine Erfahrungen wären. Relevante Nacherzählungen sollten genau als diese behandelt werden und dem/der Urheber*in zugeschrieben werden.

via Giphy

Welche Schritte hast du bereits verfolgt? Auch wenn es nur wenige sein mögen – als Ally können auch in kleinen Abständen große Distanzen hinterlegt werden. So sorgen wir (Alle!) für ein gleichwertiges Gesellschaftsklima für jeden. 

Über Bih

Von klein auf waren das Geschichtenerzählen und Schreiben eine kreative Ausdrucksform für Bih. Diese leidenschaftliche Arbeit verleiteten sie zur Fotografie und Videobearbeitung bis hin zum Websitecoding. Des Weiteren findet man sie an Wochenenden auch auf ihrem örtlichen Flohmarkt, da sie eine begeisterte Thrifterin ist.